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Drohneninspektion Industriegebäude: Hallendächer, Lichtkuppeln und Entwässerung verlässlich prüfen

24 Nov 2025

Professionelle Drohneninspektion für Industriegebäude: Strukturierte Zustandserfassung von Hallendächern, Lichtkuppeln und Entwässerungssystemen. Erfahren Sie, wie drohnenbasierte Dokumentation operative Effizienz und Planungssicherheit schafft.

Wenn nach einem Sturm erste Feuchteflecken in der Halle auftauchen, ist die eigentliche Frage selten „ist etwas kaputt?", sondern: Wo genau, wie groß, wie dringend – und wie lässt sich das ohne lange Sperrungen sauber dokumentieren? In vielen Betrieben kommt noch Zeitdruck dazu, weil Produktion, Logistik oder Vermietung weiterlaufen müssen. Gleichzeitig ist eine Dachbegehung nicht immer kurzfristig möglich, organisatorisch aufwendig oder aus Arbeitssicherheitsgründen nur eingeschränkt zulässig. Eine drohnenbasierte Zustandserfassung kann in solchen Situationen eine belastbare Grundlage liefern – wenn sie als technischer Prozess geplant wird und nicht als „ein paar Bilder von oben".

Typische Ausgangslage: Große Flächen, viele Schwachstellen, wenig belastbare Daten

Gewerbehallen und Industriegebäude haben häufig großflächige Flach- oder leicht geneigte Dächer mit zahlreichen Durchdringungen: Lüftung, Abgas, Kabelwege, Antennen, RWA, Wartungsbühnen. Dazu kommen Attiken, Übergänge zu Anbauten, Lichtkuppeln und komplexe Entwässerung über Gullys, Rinnen oder innenliegende Abläufe. In der Praxis treten Schäden oder Funktionsprobleme oft punktuell auf, die Ursachen liegen aber an Details: offene Nähte, beschädigte Anschlüsse, alternde Dichtungen, lose Abdeckungen oder verstopfte Abläufe.

Viele Betreiber haben zwar Wartungsintervalle, aber keine durchgängige Dokumentationskette, die über Jahre vergleichbar bleibt. Nach Ereignissen wie Sturm, Hagel oder ungewöhnlich starken Niederschlägen wird dann häufig ad hoc reagiert: Erst ein Blick von der Leiter, dann eine externe Begehung, dann Fotos ohne klaren Planbezug. Das führt zu drei typischen Problemen.

Erstens fehlt eine saubere Priorisierung. Ohne verortete und nachvollziehbare Findings werden Maßnahmen entweder zu spät oder zu breit angesetzt. Zweitens entstehen Reibungsverluste zwischen Projektleitung, Instandhaltung und Einkauf, weil unklar bleibt, was genau beauftragt werden soll und woran Angebote vergleichbar sind. Drittens ist die Nachverfolgung schwierig: Wenn die Dokumentation jedes Mal anders aufgebaut ist, lässt sich der Zustand über Zeit nicht belastbar vergleichen.

Was auf Hallendächern typischerweise geprüft wird – und warum Details wichtiger sind als Übersicht

Bei der drohnenbasierten Inspektion von Industriegebäuden geht es selten um „das Dach als Fläche", sondern um wiederkehrende Risikozonen. Dazu zählt die Dachhaut selbst, insbesondere Nähte, Überlappungen, Übergänge und Reparaturstellen. Visuell auffällig werden hier Abhebungen, Risse, offene Fugen, beschädigte Beschichtungen oder lose Randabschlüsse. Gerade nach Windereignissen zeigen sich Schäden oft an Kanten, Ecken und Attiken – nicht in der Mitte der Fläche.

Lichtkuppeln und ähnliche Einbauten sind ein weiterer Schwerpunkt. Sie altern, werden spröde, reißen oder verlieren Dichtwirkung am Rahmen. Auch Befestigungen, Aufkantungen und Übergänge zur Dachabdichtung sind typische Schadenspunkte. Entscheidend ist, dass nicht nur die Oberseite fotografiert wird, sondern Anschlussbereiche aus geeigneten Blickwinkeln dokumentiert werden. Reflexionen und Blendung können hier die Sichtbarkeit reduzieren; die Erfassung muss darauf abgestimmt sein.

Bei der Entwässerung geht es operativ um Funktion: Läuft Wasser zuverlässig ab oder bilden sich Pfützen, die auf Gefälleprobleme, Senken oder verstopfte Abläufe hindeuten? Drohnenbilder können stehendes Wasser, Verschmutzungsmuster, Sedimentablagerungen und Moosbildung sichtbar machen. Der Aussagewert hängt jedoch stark vom Zeitpunkt ab. Wer Entwässerung beurteilen will, plant sinnvollerweise ein Wetterfenster, in dem Wasser als Indikator sichtbar ist – ohne dass gleichzeitig Wind oder Niederschlag die Datenerfassung beeinträchtigen.

Durchdringungen und Anschlüsse schließlich sind in vielen Fällen die eigentlichen „Schadensgeneratoren". Dort treffen Materialien und Bewegungen aufeinander: Temperaturwechsel, Setzungen, Vibrationen, Wartungseingriffe. Eine gute Inspektion folgt deshalb einer Dachlogik mit klaren Prüfzonen, statt nur einmal über die Fläche zu fliegen.

Wann Drohnen sinnvoll sind – und wann nicht

Drohnen sind besonders sinnvoll, wenn Sie kurzfristig eine flächige Übersicht plus detailorientierte Dokumentation brauchen, ohne dass Personen das Dach betreten müssen. Das betrifft typische Szenarien wie Ereignisdokumentation nach Sturm oder Hagel, wiederkehrende Wartungschecks, Vorbereitung von Reparaturmaßnahmen oder die Bestandsaufnahme vor einer Sanierungs- oder PV-Planung. Ebenfalls hilfreich ist die Drohne, wenn das Dach nur eingeschränkt begehbar ist oder die organisatorischen Kosten einer Begehung in keinem Verhältnis zur Fragestellung stehen.

Gleichzeitig gibt es klare Grenzen. Eine Drohne ersetzt keine Prüfmethoden, bei denen Materialschichten geöffnet, Feuchte in Schichten bewertet oder Proben entnommen werden müssen. Auch wenn Normen, Herstellervorgaben oder interne Richtlinien eine taktile Prüfung vorsehen, bleibt die Begehung erforderlich. In manchen Fällen kann die Drohne dennoch sinnvoll sein – aber dann als Vorscreening, das die Begehung gezielt vorbereitet: Die kritischen Stellen sind vorab verortet, die Begehung wird kürzer und fokussierter.

Einschränkungen ergeben sich außerdem aus Sichtverhältnissen. Bereiche unter Aufbauten, hinter Attiken oder unter Verschattungen können visuell nicht vollständig erfasst werden. Und nicht jede Auffälligkeit ist per Foto eindeutig interpretierbar: Ein dunkler Fleck kann Verschmutzung sein oder ein Hinweis auf Feuchte. Entscheidend ist, dass der Bericht solche Unsicherheiten klar kennzeichnet und nicht aus Bildern mehr ableitet, als fachlich belastbar ist.

Ablauf in der Praxis: Von der Zieldefinition zur verwertbaren Dokumentation

Ein professioneller Drohneneinsatz beginnt nicht mit dem Start der Drohne, sondern mit der sauberen Zieldefinition. Entscheidend ist, wofür die Ergebnisse genutzt werden sollen: für eine interne Risikoeinschätzung, für die Einholung von Reparaturangeboten, für eine Versicherungsdokumentation oder als Grundlage für eine Planung. Aus dieser Zielsetzung leiten sich Umfang, Detailtiefe und Datenformate ab. Ein Projekt, das nur „ein paar Fotos" braucht, ist etwas anderes als eine zustandsbasierte Wartungsdokumentation mit Planbezug und wiederholbarer Methodik.

In der Vorabklärung werden außerdem Objekt- und Rahmeninformationen gesammelt: Dachtyp, ungefähre Fläche, bekannte Problemzonen, Zugangssituation, betriebliche Restriktionen und Ansprechpartner vor Ort. Auf Industriearealen kommen häufig Werkschutz- und Arbeitssicherheitsvorgaben hinzu. Das beeinflusst Start- und Landebereiche, Sperrflächen, Zeitfenster und Kommunikationswege.

Vor Ort steht die sichere Durchführung im Vordergrund. Das umfasst die Einrichtung eines geeigneten Arbeitsbereichs, abgestimmte Sicherheitsabstände und eine klare Abstimmung, welche Zonen während der Datenerfassung frei gehalten werden müssen. Der operative Vorteil einer Drohne entsteht häufig genau hier: Statt Personen aufs Dach zu schicken und größere Bereiche zu sperren, lässt sich die Erfassung oft mit überschaubaren, temporären Maßnahmen durchführen – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen sind vorher geklärt.

Die Datenerfassung selbst folgt idealerweise einem strukturierten Muster: Zunächst werden Übersichtsaufnahmen erzeugt, die Dachzonen und Orientierungspunkte abbilden. Danach folgen Detailaufnahmen entlang definierter Prüfpunkte: Attika und Kanten, Nähte und Übergänge, Durchdringungen, Lichtkuppeln und Entwässerungselemente. Je nach Zielsetzung kann die Erfassung so geplant werden, dass sie später wiederholbar ist, etwa für jährliche Vergleiche oder nach Ereignissen. Wichtig ist dabei, dass nicht nur „schöne" Perspektiven entstehen, sondern technisch brauchbare Ansichten: ausreichende Schärfe, passende Blickwinkel, konsistente Abstände und vollständige Abdeckung der kritischen Bereiche.

Nach der Befliegung beginnt der Teil, der für Ingenieure, Projektleitung und Einkauf meist entscheidender ist als die Flugzeit: Sichtung, Auswertung und Aufbereitung. Hier werden relevante Bilder ausgewählt, strukturiert und in einen Plan- oder Zonenbezug gebracht. Auffälligkeiten werden als Findings beschrieben, mit Kontext versehen und so dokumentiert, dass sie in Maßnahmen übersetzt werden können. Eine seriöse Auswertung trennt dabei klar zwischen Beobachtung und Empfehlung: Was ist sichtbar, warum ist es relevant, und welche nächste Prüfung oder Maßnahme ist plausibel – ohne Spekulationen.

Welche Ergebnisse entstehen – und wie sie genutzt werden

Die einfachste Form der Übergabe ist eine strukturierte Fotodokumentation. „Strukturiert" heißt: nachvollziehbare Gliederung nach Dachzonen oder Bauteilen, konsistente Benennung und eine Abdeckung, die die kritischen Bereiche tatsächlich einschließt. Solche Fotodokumentationen sind in der Praxis nützlich für interne Abstimmung, für die Einordnung von Ereignissen und als Nachweisgrundlage.

Für viele Projekte reicht Fotodokumentation allein jedoch nicht aus, weil die Frage nicht nur lautet „wie sieht es aus?", sondern „wo genau ist es – und wie arbeite ich damit weiter?". Dann sind zusätzliche Deliverables sinnvoll.

Ein häufiges Zwischenformat ist eine Übersicht mit Planbezug, zum Beispiel als georeferenzierte Dachübersicht oder Orthomosaik, sofern die Projektumstände das sinnvoll machen. Damit lassen sich Findings räumlich einordnen, Flächen und Zonen kommunizieren und Zustände über Zeit vergleichen. Gerade bei großen Hallendächern unterstützt eine planbasierte Übersicht die Zusammenarbeit: Projektleitung, Instandhaltung und externe Gewerke sprechen über dieselbe Referenz.

Das operative Kernstück ist in vielen Fällen ein Findings-Register – also eine Mängelliste, die nicht nur textlich beschreibt, sondern eindeutig verortet. Ein gutes Register enthält pro Finding eine ID, eine Lageangabe (Zone/Planbezug), mindestens ein Foto mit Kontext, eine kurze Beschreibung der Beobachtung und eine Priorisierung oder Einordnung nach Dringlichkeit. Wichtig ist, dass Priorisierung nachvollziehbar bleibt: „akut" sollte nicht ein Bauchgefühl sein, sondern an Kriterien hängen, etwa offene Abdichtungsbereiche, lose Bauteile oder Hinweise auf Funktionsausfall bei Entwässerung.

Je nach Projektziel kann außerdem ein Viewer-Ansatz sinnvoll sein, etwa für größere Datensätze oder für die Zusammenarbeit über mehrere Stakeholder. Entscheidend ist dabei nicht das Tool, sondern die Nutzbarkeit: Wer bekommt Zugriff, wie wird versioniert, wie werden Findings referenziert, und wie wird sichergestellt, dass später noch klar ist, welche Datenbasis zu welcher Entscheidung geführt hat.

Qualität und Nachvollziehbarkeit: Was Sie anfordern sollten, damit Ergebnisse belastbar sind

In der Praxis scheitert der Nutzen einer Drohneninspektion selten an der Technik, sondern an fehlenden Qualitätskriterien. „4K" oder „hochauflösend" sind keine technischen Anforderungen, weil sie nichts darüber sagen, welches Detail am Objekt tatsächlich erkennbar ist. Entscheidend ist die Auflösung am Objekt, also sinngemäß: Welche kleinste relevante Struktur soll zuverlässig sichtbar sein? Daraus ergeben sich Abstände, Blickwinkel und Aufnahmeparameter.

Neben der Detailerkennbarkeit spielt Vollständigkeit eine große Rolle. Eine Inspektion ist nur dann operationalisierbar, wenn klar ist, welche Zonen abgedeckt wurden und welche nicht. Das gilt besonders für Bereiche, die aus Sicherheits- oder Zugänglichkeitsgründen nicht vollständig erfassbar sind. Diese Lücken müssen dokumentiert werden, sonst entsteht eine Scheinsicherheit.

Für Wiederholbarkeit und Vergleichbarkeit über Zeit ist außerdem eine konsistente Methodik wichtig: ähnliche Flugrouten oder Prüfpunkte, gleichartige Zonenlogik, konsistente Benennung und Versionierung. Das muss nicht „komplex" sein, aber es muss bewusst umgesetzt werden. Nur dann lässt sich nachweisen, ob sich ein Zustand verschlechtert hat oder ob Unterschiede in der Dokumentation liegen.

Zur Nachvollziehbarkeit gehört schließlich eine saubere Dokumentationskette: Datum, Scope, Rahmenbedingungen (z. B. Wetterfenster), verwendete Referenzen (Pläne/Zonen), sowie eine klare Trennung zwischen Beobachtung und Bewertung. Für B2B-Prozesse ist das entscheidungsrelevant, weil Ergebnisse oft intern weitergegeben, in Maßnahmen übersetzt oder gegenüber Dritten begründet werden müssen.

HEXBEE: Ihr Ansprechpartner

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